Kategorie Partizipation
Eine internationale Fachjury beurteilte die eingereichten Projekte und nominierte im Bereich Partizipation 3 Projekte. Dieses erhielt den Inklusionspreis im Bereich Partizipation.

1. Alteo VoG: “Qual der Wahl”
Ansprechpartnerinnen: Doris Spoden und Margit Meyer
Das Projekt „Qual der Wahl“ wird erstmals für die Gemeinderatswahlen 2012 umgesetzt. Später soll es auf weitere Wahlen angepasst werden. „Man traut Menschen mit einer geistigen Behinderung einfach zu wenig zu. Wir sehen uns in der Pflicht, daran etwas zu ändern“, so Doris Spoden, Animatorin bei Alteo.
In Wahlvorbereitungskursen werden Menschen mit einer Lernbehin-derung oder mit einer geistigen Beeinträchtigung umsichtig an das Thema herangeführt. Absolute Unparteilichkeit und Objektivität sind dabei oberstes Gebot.
Menschen mit einer Lernbehinderung oder mit geistiger Behinderung haben die gleichen Rechte und Pflichten wie jeder andere Bürger – das gilt auch bei den Wahlen. In den meisten Fällen sind sie aber wegen fehlender angepasster Informationen nicht in der Lage, ihre Bürgerpflicht zu erfüllen. Mit dem Projekt „Qual der Wahl“ möchte die Erwachsenenbildungsorganisation ALTEO den Zugang zur Wahlurne für jedermann ermöglichen.
2. Jugendheim Kettenis: „What I never tried before“
Ansprechpartner: René Opsomer und Laetitia Cornely
Das Projekt “What I never tried before”, zu deutsch “Was ich noch nie gemacht habe”, ist ein internationaler Jugendaustausch. Er wurde vom Jugendheim Kettenis ins Leben gerufen.
Gruppen von 8 Jugendlichen zwischen 15 und 25 Jahren besuchen mit einem Betreuer während einer Woche ein Land, das am Projekt teilnimmt. Unter den Jugendlichen sind auch immer einige Personen mit körperlicher oder geistiger Behinderung. Die Jugendlichen des Gastlandes bereiten ein Besuchsprogramm vor, mit einem bunten Mix aus Kultur, Kreativem, Sport und Spaß. Die Jugendlichen sind dabei die Akteure, denn sie planen die Aktivitäten selbst und animieren auch einzelne Programmpunkte. Jeder kann sich mit seinen Stärken dort einbringen, wo er sich wohl fühlt. Bei allen Aktivitäten sind Teambuilding und Vertrauensaufbau wesentliche Voraussetzungen.
Die Erfahrungen aus den Reisen und den Workshops sind in den Leitfaden “No Barriers, No Borders” eingeflossen. Darin finden sich auch zahlreiche Anregungen, Ideen und konkrete Umsetzungsschritte für Projekte, an denen behinderte und nicht behinderte Menschen gemeinsam teilnehmen. Der Grundsatz von René Opsomer ist: „Wir tun es einfach. Keine Angst, wenn ihr mal nicht wisst wie? Gemeinsam schaffen wir das dann!“.
Das Projekt “What I never tried before” ist als besonders erwähnenswertes Projekt in der “good practice”-Liste der EU zu finden und wurde auf internationaler Ebene bereits mehrmals als positives Beispiel vorgestellt.
3. Alain Vluggen - Jeet Kune Do
Ansprechpartner: Alain Vluggen
Jeet Kune Do ist ein Kampfkunst-Stil zur Selbstverteidigung. Entwickelt wurde diese Methode von Schauspieler und Kampfsportler Bruce Lee.
Alain Vluggen war bis 2007 ein erfolgreicher Behindertensportler mit zahlreichen Siegen in der Leichtathletik. Seit 1989 praktiziert er auch Jeet Kune Do. Nach einem schweren Unfall musste Alain Vluggen den Sport jedoch lange Zeit aufgeben.
Heute ist er der erste beinamputierte Jeet Kune Do-Meister Belgiens und leitet die Kampfkunstschule „Self Protection Jeet Kune Do Kelmis“. Sie richtet sich an Menschen mit und ohne Behinderung jeden Alters. Trainiert wird einmal wöchentlich in der Sporthalle des Cesar-Franck Athenäums. Beim Training und beim Erlernen der Selbstverteidigungstechniken stärken die Teilnehmer ihr Selbstvertrauen.
Durch seinen unermüdlichen Einsatz verkörpert Alain Vluggen die Botschaft „nie aufzugeben“. Für ihn ist der Sport ein erster wichtiger Schritt zur gesellschaftlichen Integration nach Unfall oder Krankheit.
Alle eingereichten Projekte standen für den Publikumspreis zur Wahl:
- „What I never tried before“ „Was ich noch nie gemacht habe“ - Jugendheim Kettenis
- „Qual der Wahl“ - Alteo
- Alain Vluggen - Jeet Kune Do